Am Ende der Karibik

Da segeln wir 6 Tage von Kuba aus über die Cayman Islands quer über die Karibik und auf einmal ist da Land im Weg. Quer über den ganzen Horizont und noch viel weiter liegt die Küste von Panama vor uns. Da führt kein Weg mehr drum herum, wie bei all meinen bisherigen Zielen in der Karibik. Nein, hier liegt das Ende der Karibik vor uns. Und der einzige Weg führt dort einmal mitten hindurch: Der Panamakanal!

Dies ist also der letzte Artikel aus der Karibik. Auf die vergangenen 14 Monate blicke ich zurück mit größtenteils positiven doch auch – wie so oft – einigen negativen Erinnerungen. Was waren es für traumhafte Inseln, freundliche Menschen und tolle Erlebnisse in der Karibik. Zusammen mit meinen wechselnden Crewmitgliedern hatten wir definitiv eine unvergessliche und sehr schöne Zeit hier. Ihr konntet es ja selbst auf den Fotos verfolgen.

Natürlich gab es auch kleine Schattenseiten. Die habe ich an verschiedenen Stellen mitunter schon erwähnt. Teilweise war die Karibik sehr voll. Gerade die verlockend klingenden Virgin Islands waren hier ein gutes Beispiel. Wenn die Schiffe dicht an dicht liegen, leidet unvermeidlich der schöne Eindruck der Umgebung. Zum Vorankommen unter Segeln war der beständige (manchmal auch etwas zu kräftige) Passatwind zwar super, doch die Wellen der Karibik sind kein Zuckerschlecken. Besonders bei den letzen mehrtägigen Überfahrten von und nach Kuba haben uns die kreuz und quer laufenden Wellen ganz schön durchgeschüttelt. Nein, das werde ich nicht vermissen.

Nochmal rückblickend auf Kuba, habe ich dieses Land auch nach einem Monat nicht ganz verstanden. Es funktioniert irgendwie, doch wie genau diese Mischung aus Sozialismus und Schwarzmarkt-Kapitalismus tickt, konnte ich nicht durchblicken.  In jedem Fall ist es verdammt kompliziert an viele Dinge zu kommen. Seien es Diesel, Limetten oder ein Internetzugang. Alles erfordert viel Suchen, Verhandlungsgeschick und ganz viel der kubanischen Kernkompetenz: Warten!

Bei unserem kurzen Zwischenstop auf den Cayman Islands war der Supermarkt dann fast wie ein Paradies: Es gab wieder alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Was für ein Luxus solche vermeintlich selbstverständlichen Dinge auf einmal werden. Internet gab es im Cafe kostenlos dazu und Diesel, naja, der ist in der westlichen Zivilisation auch selten Mangelware.

Nun in Panama habe ich die letzten Tage mit Papierkram und der Organisation der Kanaldurchfahrt verbracht. Am 10.2. soll es soweit sein. Wenn alles nach Plan läuft könnt ihr uns am Abend des 11.2. mit der Webcam der Miraflores-Schleusen beobachten. Zeit und Link dazu schreibe ich kurz vorher als neuen Artikel. Bis dahin habe ich ein paar Tage Zeit, an denen ich wenig machen werde. Nach gut 2000 Seemeilen und vielen Erlebnissen in den letzten Wochen ist es Zeit für ein wenig „Urlaub“. Danach hole ich bestimmt auch wieder häufiger die Kamera raus, was in den letzten Wochen selten vorkam. Daher gibt es heute ausnahmsweise mal keine neuen Fotos.

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