ARC+ 2017: Zwei auf einen Streich

Wer hätte das gedacht: Nachdem wir letztes Jahr bei der Atlantic Rally for Cruiser (kurz ARC) schon unsere Gruppe gewonnen haben, waren wir dieses Jahr nochmal erfolgreicher. Bei den beiden Etappen der ARC+, die einen Zwischenstop auf den Kapverden macht, haben wir bei beiden Etappen nicht nur unsere Gruppe gewonnen sondern haben sogar die schnellsten Zeiten der gesamten Flotte gesegelt.

Bei der Preisverleihung mit dem Tourismus-Minister von St. Lucia

Doch werfen wir den Blick nochmal ein paar Wochen zurück. Vor dem Start in Gran Canaria kam ein paar Tage vor dem Start meine Crew an und es ging an die Vorbereitungen: gemeinsames Kennenlernen, Probesegeln, Einkaufen + Verstauen und letzte Formalitäten. Am Sonntag den 5.11. fiel dann gegen Mittag bei leichtem Wind der Startschuss und schon bald lagen wir recht weit vorn.

Für die folgenden Tage hatten wir keine leichte Aufgabe: Ein Flautengebiet bildete sich auf dem Weg und wir entschieden uns für die Taktik uns an der afrikanischen Küste daran vorbei zu quetschen. Dafür waren wir zeitweise nur noch 10 Seemeilen von der Küste von West-Sahara entfernt und inmitten der lokalen Fischerboote. Das hat aber alles bestens funktioniert und wir wurden mit brauchbaren Winden belohnt.

Die häufigste Ansicht an Bord: Unter Spinnaker über einen ruhigen Ozean

Am Ende erreichten wir als 9. Schiff von insgesamt 70 die Kapverden und haben viele deutlich größere und theoretisch schnelle Schiffe hinter uns gelassen. Diese gesegelte Zeit wird dann mit einem Korrekturfaktor multipliziert, um die verschiedenen Schiffe vergleichbar zu machen, und für jede Motorstunde gibt es noch eine Zeitstrafe. Im Ergebnis hatten wir die schnellste Zeit und das ohne eine einzige Motorstunde. Auf den Kapverden gab es ein paar Tage Zeit zum Erholen und Erkunden der Inseln bevor es am 15.11. wieder zur Starlinie ging: auf nach St. Lucia! Und wieder gelang uns ein guter Start mit einer tollen Aussicht auf die hinter uns segelnde Flotte.

Nach dem Start: Blick auf Mindelo und den Großteil der Flotte

Diese zweite längere Etappe war erneut ein Taktieren mit den Flauten und mindestens dreimal täglich analysierten wir die neuesten Wetterdaten und welche Routen die anderen Yachten wählten.

Mehrfach täglich geht es an die Analyse der Wetterdaten: Wo ist der beste Wind?

Dieses Mal wurden wir leider von Schäden nicht verschont: Mitten in der Nacht riss das Spinnakerfall und wir mussten das Segel aus dem Wasser bergen. Zum Glück hatte ich noch ein zweites Fall, auf das wir danach sehr genau aufpassten. Außerdem brach mal wieder der Beschlag des Baumniederholers, den wir aber gut mit einer Leinenkonstruktion ersetzen konnten.

Alles andere lief so gut wie es besser kaum sein konnte: Die Stimmung an Bord war super, wozu die strahlende Sonne sicher ihren Teil beitrug und wir kamen recht gut voran. Einige (und ausschließlich größere) Schiffe trafen wir über unterwegs immer wieder und passierten uns in Sichtweite.

Annäherung an St. Lucia – wo der Fotograf schon wartet

Am Ende waren wir nach 14 Tagen und 2340 Seemeilen das 8. Schiff das die Ziellinie in St. Lucia überquerte.

Luna beim Überqueren der Ziellinie

Mit einem wohlverdienten Rumpunsch wurden wir dort im Hafen empfangen und konnten unsere Atlantiküberquerung feiern.

Ein Rumpunsch zur Begrüßung in St. Lucia

So geht nun ein weiteres Abenteuer zu Ende. Ich freue mich sehr auf die schönen Wochen mit einer tollen Crew zurück blicken zu können und über die vielen neuen Freundschaften mit Seglern von anderen Yachten. Es ist schon eine besondere Gemeinschaft, wenn man zusammen einen Ozean überquert hat. Nun folgen ein paar ruhigere Wochen mit gemütlichem Segeln in der Karibik bevor es im Januar in Barbados mit der Regattasaison losgeht.

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