Ein Sieg bei der ARC als Weihnachtsgeschenk

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Was war das für ein schöner Moment: Unter dem Applaus der mehreren hundert anderen ARC-Teilnehmern haben wir den Preis für den Sieg in unserer Klasse überreicht bekommen. Ein besseres Geschenk hätte ich mir kurz vor Weihnachten nicht wünschen können.

Unsere Atlantiküberquerung selbst lief ohne große technische Probleme ab und auch menschlich hat es mit der Crew super gepasst. Nur der Wind hat es für die ARC-Flotte für die Routenplanung sehr spannend gemacht. Denn beim Start lag in der Mitte des Atlantik ein riesigen Flautengebiet. So ungefähr von der Größe Mitteleuropas. Der direkte Weg nach St. Lucia war zum Segeln also gesperrt.

Es blieben genau drei taktische Möglichkeiten: Entweder nach Süden über die Kapverdischen Inseln und dort hoffentlich auf den stabilen Passatwind stoßen. Oder nördlich der Flaute am Rande eines Tiefdruckgebiets mit stärkeren Winden hoffen gut durchzukommen. Und dann natürlich die Variante „Augen zu und durch“ einfach mit in die Flaute fahren und hoffen dass sie sich schon auflösen wird.

Wir haben uns für die sicherer Variante nach Süden entschieden und mussten so einen ganz schönen Bogen fahren. Aus 2680 Seemeilen direkter Strecke (rote Linie) haben wir am Ende gut 3300 (die blaue Linie) gemacht. Gebraucht haben dafür 19 Tage und 22 Stunden. Doch immerhin konnten wir die meiste Strecke segeln, wenn auch mit oft sehr leichten Winden und vielen Schauern.

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Am Ende haben wir nur knapp 18 Stunden mit der Maschine mitgeschoben.
Das mit den Motorstunden ist bei der ARC eine interessante Sache. Denn motoren ist erlaubt, man muss am Ende jedoch die Anzahl der Motorstunden angeben und erhält dafür eine Zeitstrafe. Ich habe akribisch ein Log über jede motorte Minute geführt, wollte ich doch am Ende lieber Zweiter werden als einen blöden Beigeschmack wegen falsch angegebener Stunden zu haben.

Andere haben es damit anscheinend nicht so genau genommen. Es gab jedenfalls bei einigen Schiffen den Verdacht dass sie fröhlich durch die Flaute motort sind – und am Ende nur einen Bruchteil dieser Stunden angegeben haben. Damit sind sie natürlich in der Rangliste weit nach oben gerutscht. Nicht schön, doch bei uns hat es ja zum Glück auch so für den Gruppensieg gereicht. Insgesamt sind wir immerhin noch 19. von ungefähr 170 Yachten geworden. Ohne die Stundenmogelei hätte es wohl noch zu ein paar Plätzen höher gereicht.

Nun genieße ich das warme, wenn auch noch ziemlich regnerische Wetter in der Karibik. Im Moment sind wir auf dem Weg in Richtung Dominika und Guadeloupe, um dort Silvester zu feiern. Im Januar besuche ich dann Barbados und Tobago bevor es im Februar mit der Regatta-Saison losgeht.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr 2017!

2 Replies to “Ein Sieg bei der ARC als Weihnachtsgeschenk

  1. Lieber Andreas, bin nach längerer Pause mal wieder auf Deinem Blog – und sehe ich Dich mit einem Pokal in der Hand 🙂 Super – herzlichen Glückwunsch zu Eurem Klassensieg!
    Karibik klingt gut.

    Ich wünsche Dir einen guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr!

    Viele Grüße aus Berlin

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