In 8 Wochen von der Ostsee auf die Kanaren

Die Überschrift sagt es ja eigentlich schon, womit ich in den letzten Wochen so beschäftigt war. Es ging in Rostock im Juli los und dann entlang der „üblichen“ Route auf die Kanarischen Inseln, wo ich nun bin. Unser Kartenplotter hat fleißig unserer Route aufgezeichnet, was am Ende so aussieht:

track

2400 Seemeilen in 8 Wochen ist eine ganze Menge, da blieb nicht viel Zeit für andere Dinge zwischendurch. Nur in Porto und in Madeira war jeweils eine Woche Pause. Madeira war dabei das einzig wirklich neue Ziel für mich. Und ich muss sagen: Eine wirklich interessante Insel. Insgesamt sehr hoch und bergig. Dabei eine Seite eher trocken, die andere durch die Passatwinde ziemlich nass und zum Verteilen des Wasser gibt es jede Menge Bewässerungskanäle. Entlang diesen sogenannten Levadas gibt es Wanderwege, die praktischerweise kaum Steigung haben und daher super zum Erkunden der Insel sind.

Für die Strecke bis Madeira hatte ich stets 3-4 Mitsegler dabei. Die letzten 300 Meilen bis Lanzarote und weiter nach Las Palmas bin ich nun wieder allein unterwegs. Beides hat seine guten Seiten und ich bin froh diese Abwechslung zu haben. Nach einer langen Strecke allein macht es das Leben so viel einfacher Crew mitzuhaben. Umgekehrt ist es ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit allein zu segeln – es ist halt nur anstrengend.

Luna hat sich weiter als sehr gutes Schiff erwiesen. Auch über die Atlantikwellen segelt sie schnell und angenehm. Auf jedes Auslaufen habe ich mich gefreut, was der große Unterschied zu meinen letzten beiden Schiffen ist. Die anfänglichen Kinderkrankheiten sind inzwischen behoben und ich hatte das Werkzeug am Ende nur noch selten in der Hand. Ich bin sehr gespannt was wir für Wind für die Atlantiküberquerung haben – das Potential es in 14 Tagen rüber zu schaffen haben wir jedenfalls:-)

Nun auf den Kanaren habe ich keine Eile mehr. Bis zum nächsten Termin, dem Start der ARC am 20.11., ist noch viel Zeit. Ein paar Dinge habe ich noch vorzubereiten, einzubauen und zu reparieren. Doch das ist sehr überschaubar. Da bleibt sogar genug Zeit um Luna ein paar Wochen allein zu lassen und nochmal Berlin einen Besuch abzustatten bevor ich über den Winter in der Karibik bin.

Vor dem Start der ARC wird es noch einen Artikel geben mit allen Infos zur Rally inklusive Link zum Satelliten-Tracking, wo ihr uns live auf der Atlantiküberquerung verfolgen könnt. Bis dahin hoffe ich die Muße zu finden an der Webseite zu arbeiten. Denn den Blog wollte ich schon seit längerer Zeit etwas umgestalten. Luna hat mir nur keine Zeit dazu gelassen 🙂

5 Minuten Regen auf der Nordsse
Die einzig nennenswerten 5 Minuten Regen auf der Nordsse
Damit es nicht langweilig wird: die hoffentlich letzte Reparatur am Vorstag
Damit es nicht langweilig wird: die hoffentlich letzte Reparatur am Vorstag
Vorbei an den Needles geht es über den Englischen Kanal
Vorbei an den Needles geht es über den Englischen Kanal
Meist entspanntes Segeln in diesem Sommer
Meist entspanntes Segeln in diesem Sommer
Unter Spinnaker geht es über die Biscaya
Unter Spinnaker geht es über die Biscaya
Angekommen in Spanien wartet der Trubel des Nachtlebens
Angekommen in Spanien wartet der Trubel des Nachtlebens
Endlich wird es warm: auf Porto Santo (neben Madeira)
Endlich wird es warm: auf Porto Santo (neben Madeira)
An der Hafenmole Graffitis der anderen Art: Andenken der Schiffe, die hier waren
An der Hafenmole Graffitis der anderen Art: Andenken der Schiffe, die hier waren
Wanderweg entlang der Levadas auf Madeira
Wanderweg entlang der Levadas auf Madeira

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