In den Marquesas-Inseln

Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, eine sanfte Brise streicht durchs Schiff und Calypso wiegt sanft in der leichten Dünung während wir vor Anker liegen. Neben uns ragen die Gipfel der Marquesas-Inseln hoch in den Himmel und bilden mit ihrer Mischung aus Felswänden und dichtem Regenwald einen tollen Kontrast zu den Blautönen von Meer und Himmel. So sah meine Umgebung in den letzten Wochen aus.

Friedlich ist es hier, nur wenige andere Schiffe sind in diesen abgelegenen Inseln unterwegs. Und freundlich geht es an Land zu, wo die Segler eine willkommene Abwechslung im Alltag der wenigen Dorfbewohnen sind. Gelegentlich schauen sogar Mantarochen in den Ankerbuchten vorbei, um das Plankton im nährstoffreichen Wasser zu fressen. Besonders klar ist das Wasser aufgrund des Planktons leider nur selten und meine geliebten Korallen gibt es so gut wie gar nicht. Insofern war ich nicht so traurig dass ich hier aus diversen Gründen nicht zum Tauchen gekommen bin.

Etwas belebter geht es in der Hauptstadt der Marquesas auf der Insel Nuku Hiva zu. Hier liegen gerade 67 Yachten in der Bucht vor Anker, vermutlich mehr als in allen anderen Inseln zusammen. An dem Anleger der Stadt liegt eine Traube von Beibooten und es herrscht ständiges Kommen und Gehen. Die Snackbar am Hafen mit freiem Internetzugang ist der allgemeine Segler-Treffpunkt wo die Erfahrungen der zurückliegenden Pazifiküberquerung ausgetauscht werden.

Vor einigen Tagen gab es hier sogar den kulturellen Höhepunkt des Jahres: Das Marquesas Musikfestival. Ein Wochenende lang traten an die 20 Bands auf der Open-Air-Bühne auf, es gab Grill- und Bierstände und alle haben getanzt und gefeiert bis tief in die Nacht. Das war eine schöne Abwechslung zu der Ruhe der vergangenen Wochen! Nur einem englischen Segler ist ein Abend nicht so gut bekommen: Er hatte so viel getrunken dass er beim Rückweg zu seinem Schiff beinahe ertrunken wäre. Doch zum Glück lief das noch einigermaßen glimpflich ab und er erholt sich jetzt im Krankenhaus. So ist das mit den Gefahren beim Segeln, sie lauern mitunter woanders als man vermuten würde.

Nach all dem Trubel gehe ich jetzt nochmal groß im Supermarkt einkaufen bevor ich den Anker lichte und in Richtung Tuamotus aufbreche. Ich plane die Korallenatolle Kauehi, Fakarava und Toau zu besuchen und dort die hoffentlich schönsten Korallenriffe in dieser Region zu betauchen. Ruhe wird es dort wohl wieder reichlich geben, zusammen mit geschützten türkisen Lagunen und Palmen auf dem flachen Riffgürtel. Eine schöne Abwechslung zu den bergigen Marquesas, worauf ich mich nun sehr freue!

One Reply to “In den Marquesas-Inseln”

Schreibe einen Kommentar