Luna auf Jungfernfahrt

Nach den langen Wochen der Arbeit in der Werft war es Ende April endlich soweit: Luna war segelfertig, die Überführungscrew kam an Bord und es sollte losgehen in Richtung Ostsee! Was hatte ich mich auf diesen Moment gefreut – und was hatte ich ihn insgeheim auch gefürchtet. Warum das? Ganz einfach: Ich habe Luna an Land stehend gekauft. Würde Sie sich so verhalten wie erwartet? Würde Sie so gut segeln wie es mir alle prophezeit hatten?

Nun, es war nicht wie erwartet. Es war schlichtweg ATEMBERAUBEND! Noch nie habe ich eine Schiff gesegelt, das nicht nur so schnell war (streckenweise knapp 10 Knoten Speed bei Windstärke 4), sondern dabei auch so erstaunlich ruhig und angenehm übers Meer gleitet. Wenn ich das mit der Lagoon 380 vom letzten Jahr vergleiche: Ab 8 Knoten Speed hatte ich dort das Gefühl der Kahn bricht auseinander. Und Luna bei 10 Knoten? Das fühlt sich einfach nur gut an…

Luna_am_wind

Zugegeben, wir hatten ein paar kleine technische Anfangsschwierigkeiten. Ungefähr in dem Maße, was ich vorher erwartet hatte. So ist das halt nach einer großen Überholung. In ein paar Wochen werden diese Kinderkrankheiten behoben sein.

Nach günstigen Winden auf der Nordsee hatten wir von Kiel bis nach Rostock leichten Ostwind – also genau von vorne. Bei meinen letzten Schiffen hätte dies bedeutet: Maschine an und gegen den Wind motoren. Mit Luna sind wir stattdessen gekreuzt. Und zwar richtig, sogar durch die Fehmarn-Sund-Brücke (wo wir mit 21 Metern Masthöhe gerade noch durchpassen). Erstaunlich, wie viel Spaß so etwas machen kann!

Ihr merkt es schon: Ich bin begeistert. Das war meine Überführungscrew auch. Am Ende kam es allen echt langsam vor, wenn der Speed mal unter 7 Knoten sank. Das lässt hoffen: zum Einen auf weitere wunderschöne und entspannte Törns. Zum Anderen auf erfolgreiche Regatta-Teilnahmen. Daher steht nun der Plan fest im November mit der ARC in die Karibik zu segeln und dort z.B. in Antigua und St. Maarten die Regattawochen unsicher zu machen. Ich bin sehr gespannt und freue mich drauf.

Doch vorher steht noch ein Törn an, der mir schon seit Jahren vorschwebt: In der Ostsee entlang der baltischen Küste über Polen und Litauen bis nach Riga. Der soll am 12.6. losgehen. Mal wieder eine neue Ecke, in der ich noch nie war. Bis dahin gibt es dank eines fleißigen Fotografen noch einige Eindrücke vom Überführungstörn.

Vor der Abfahrt: Spannen der Wanten an Deck
Vor der Abfahrt: Spannen der Wanten an Deck
Und Spannen der Wanten im Mast (Danke an Lisa!)
Und Spannen der Wanten im Mast (Danke an Lisa!)
Willkommen auf der Nordsee - bei Flaute
Willkommen auf der Nordsee – bei Flaute
Der erste Sonnenaufgang auf See - nun unter Segeln
Der erste Sonnenaufgang auf See – nun unter Segeln
Vorbereitung für den Nord-Ostsee-Kanal: Diesel tanken
Vorbereitung für den Nord-Ostsee-Kanal: Diesel tanken
Im Kanal war zeitweise viel los
Im Kanal war zeitweise viel los
Dafür gab es einen ruhigen Platz zum übernachten
Dafür gab es einen ruhigen Platz zum übernachten
Auf der Ostsee: Kreuzen durch die Fehmarn-Sund-Brücke
Auf der Ostsee: Kreuzen durch die Fehmarn-Sund-Brücke
Die passenden Bilder zu meinem neuen Motto: Sail fast...
Die passenden Bilder zu meinem neuen Motto: Sail fast…
Und bei gutem Essen danach: Live slow
Und bei gutem Essen danach: Live slow

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