Pazifiküberquerung bis Tahiti

Der eine oder andere mag sich vielleicht schon gefragt haben, ob wir irgendwo auf dem Pazifik verschollen oder auf einer Insel gestrandet sind. Dies war wohl die längste Zeit ohne einen neuen Artikel. Doch keine Sorge: Es geht Matilda und mir bestens und wir sind sicher über den Pazifik und bis nach Tahiti gekommen! Nun hatte ich wieder die Muße mich hinzsetzten und euch einen kurzen Überblick über die letzten Wochen zu geben.

Von Galapagos hatten wir ursprünglich geplant über die Osterinsel und Pictairn zu den Gambier-Inseln in Französisch Polynesien zu segeln. Leider wollte der Wind nicht so wie wir wollten und so sind wir am Ende direkt in 20 Tagen die gut 3000 Seemeilen zu den Gambiers gesegelt. Schade um die verpassten Ziele, doch so ist es leider manchmal. Dafür hatten wir unterwegs einige Sichtungen von Walen. Einer davon war ca. 15 Meter lang und ist mehrere Stunden um das Schiff herum geschwommen. Das sah aus wie ein auftauchendes U-Boot, so groß wirkte er.

 

Angekommen in den Gambiers haben wir erstmal die Ruhe dieses herrlich geschützten Ankerplatzes und die dicht bewachsenen Berge genossen. Etwas Grün nach dem vielen Blau und der Geruch von Land tat schon gut. Als am nächsten Tag das Versorgungschiff ankam und frisches Obst und Gemüse mitbrachte, war unsere Glück perfekt. Am Ende der 3 Wochen auf See hatten wir an Obst und Gemüse nämlich nur noch ein paar Kartoffeln übrig.

 

Da der Rückflug eines Mitseglers drängte, ging es bald weiter durch die Tuamotus in Richtung Tahiti. Eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Südpazifik ist das gelegentliche schlechte Wetter wenn eine Front durchzieht. So etwas kündigte sich auf unserer Route an und günstigerweise lang das Atoll Hao auf dem Weg. Als ehemaliger Stützpunkt für die Atomtest der Franzosen mit einem nun langsam verfallenden Hafen, in dem wir Schutz vor dem Wetter suchten.

 

So ruhig und schön die Lagune bei Sonnenschein ist – wenn der Wind auf 7-8 Windstärken zulegt, wird es hier ungemütlich und die Gischt sprüht meterhoch über den Wellenbrecher.

 

Zwei Tage später schien wieder die Sonne und es ging weiter in Richtung Fakarava. Der Süden dieses Atolls ist wahrlich eine der schönsten Ecken des Pazifik.

 

Traditionell gibt es ja nach dem Ankermanöver das „Ankerbier“. Bei dieser Aussicht schmeckt es schon besonders gut 😉

 

Eine weitere Besonderheit Fakaravas sind die vielen Riffhaie. Ständig schwimmen dabei am Ankerplatz welche um das Schiff herum um mal zu schauen was so los ist. Gefährlich sind sie nicht, nur neugierig.

 

Die meisten Haie tummeln sich jedoch im Riffpass, der die Lagune mit dem offenen Ozean verbindet. Das Wasser bei unserem Tauchgang war dabei so klar wie ich es hier noch nie gesehen habe.  Das ist bei diesen Bedingungen mit um die 300 Haien wohl einer der schönsten Hai-Tauchplätze der Welt!

 

Eines Nachmittags fühlten wir uns wie Robinson und wir haben uns auf einer kleinen Insel nieder gelassen. Mit Feuerholz, Grillzange und eisgekühltem Sangria im Gepäck.

 

An solch einem idyllischen Platz habe selbst ich noch nie die Feuerstelle für das Abendessen vorbereitet. Noch nicht einmal Mücken wollten das Paradies stören.

 

Und was gab es zum Essen? Steaks, Languste, Backkartoffeln und Grillgemüse. Das Leben könnte schlimmer sein…

 

Inzwischen liegt Matilda nun schon eine Woche in Tahiti. Das Schiff ist nach 3 Monaten ohne echten Hafen endlich mal wieder richtig gewaschen und entsalzt, alle Tanks sind voll und wir sind bereit uns auf die nächste Etappe zu machen. Meine letzte Crew ist vor einigen Tagen abgereist, heute kommen die nächsten. In wenigen Tagen geht es weiter in Richtung BoraBora und von dort durch die Cook-Inseln nach Tonga.

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