Pazifikzeit

Es wird Zeit! Zum einen wird es Zeit für einen neuen Artikel, der schon wieder viel zu lange überfällig ist. Doch vor allem wird es Zeit auszulaufen. Hinaus auf den Pazifik. Hinaus auf den so riesig wirkenden Ozean, der doch den beruhigend friedlichen Namen „Stiller Ozean“ trägt. Wer sich einen Globus ansieht, dem werden die gewaltigen Dimensionen bewusst: Ein Drittel der Erdoberfläche bedeckt mit Wasser und darauf nur hier und da ein paar winzig aussehenden Inseln. 8000 Seemeilen bzw. 15000 Kilometer Wasser. Was für ein Leckerbissen des Langstreckensegelns!

So lange Distanzen wollen natürlich gut vorbereitet sein. Da lang ja vor ein paar Wochen, als ich noch auf der Karibikseite war, diese Hürde „Panamakanal“ vor mir. Rückblickend auf meine nun insgesamt dritte Kanaldurchquerung muss ich sagen, dass es nicht besser hätte laufen können. Wir waren an diesem Tag nur zwei Yachten, die durchgeschleust wurden. Wir waren beide gut vorbereitet und hatten unsere Schiffe und Crew im Griff. Die Arbeiter an den Schleusen haben ebenfalls einen guten Job gemacht und so war es eine fast entspannte Durchfahrt durch den von vielen so gefürchteten Kanal.

Ein weiterer Schritt der Vorbereitung war etwas Entspannung. Schon mal langsam runterfahren, mich gedanklich mit der langen Zeit auf See beschäftigen und etwas Pazifikluft schnuppern. Dafür haben wir drei Wochen in den Perleninseln im Golf von Panama verbracht. Nach der Masse an Yachten in der Karibik, war dies eine interessante Abwechslung. Wir hatten einige Buchten komplett für uns alleine. Und was waren das für Ankerplätze! Ich kann mich an keinen Platz erinnern, bei dem uns nicht ein schöner einsamer Strand als Kulisse diente. Dies ist wirklich noch eines der wenigen Reviere, das man als Geheimtipp bezeichnen kann.

Die letzten Schritte vor dem Auslaufen (mit denen ich jetzt gerade noch beschäftigt bin) sind die technische Prüfung des Schiffes mit darauf folgenden Reparaturen, etwas (mehrstündiger) Papierkram mit den Behörden und natürlich EINKAUFEN! Denn von Panama, mit seinen guten amerikanisch gefüllten Supermärkten und Malls, bis nach Australien gibt es unterwegs nur 4 (!!!) vernünftige Supermärkte. Erwähnte ich, dass es bis dorthin 15000 Kilometer sind? Die nächste Versorgungsmöglichkeit für mich ist in Tahiti, wo ich in 3 Monaten sein werde. Daher bin ich gespannt, wie viele Einkaufswagen ich hier am Ende gefüllt und deren Inhalt im Schiff verstaut haben werde.

Wenn alles nach Plan läuft kommt am Samstag meine Pazifik-Crew an, mit der ich am Sonntag nochmal groß einkaufen gehe. Am Montag könnten wir nach den letzten Formalitäten wirklich schon auslaufen. Ich  bin gespannt ob das klappt. Vor uns liegt dann die erste größere Etappe nach Galapagos, wo wir in Äquatornähe vorwiegend Flauten erwarten. Zum Glück sind schon 325 Liter Diesel an Bord, mit denen kommen wir auch ohne Wind an:-)

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