Auf der Jagd nach Rum und Ehre

In unserer Welt sind ja viele bestrebt in irgendetwas die größte, schnellste oder einfach beste Leistung zu erbringen. Mit anderen Worten: einen Rekord aufzustellen oder zu brechen. Ich gebe zu, da hat es mich beim Segeln auch vor ein paar Jahren gepackt und das ist ja auch ein Grund warum ich Luna gekauft habe. Um etwas Besonderes zu erreichen und vielleicht ein paar alte Hasen zu ärgern.

Mit diesen Hintergedanken bin ich im Januar nach Barbados zum „Mount Gay Rum Round Barbados Race“ gesegelt. Das ist ein angenehm kleines Event, bei dem gut 30 Schiffe teilnehmen. Zunächst gibt es 3 Tage Regatten um Kurse an der Küste und das große Finale ist die Regatta einmal rund um die Insel.

Für mich war eigentlich nur die Regatta rund um Barbados wichtig. Doch wo ich schonmal da war, warum nicht ein paar gute Segler als Crew zusammensuchen und ein bisschen an der Küste langheißen. Gesagt, getan und beim Probetörn vor dem Start erstmal den Spinnaker mehrmals ums Vorstag gewickelt, die berüchtigte „Eieruhr“. Das geht ja gut los. Immerhin konnten wir das Segel in einem Stück wieder entknoten und waren nur 10 Minuten nach dem Startschuss über die Linie. Ergebnis: Immerhin noch fünfter von sieben in unserer Klasse.

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Die nächsten beiden Tage liefen etwas besser, einmal dritter und nach ein paar Fehlern fünfter Platz. Also nichts rekordverdächtiges, doch viel Spaß beim Segeln und mit der Crew gehabt und noch einiges gelernt. Das ganze vor grandioser sonniger Kulisse mit Palmen, weißen Sandstränden und glasklarem Wasser.

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Und nun kam der große Tag des Round Barbados Race. Ich wollte den Rekord im Einhandsegeln brechen, war also ganz allein an Bord. Bei Luna mit ihren knapp 14 Metern Länge schon eine Herausforderung, insbesondere da kein Autopilot erlaubt war. Auch nicht mal eben kurz. Wirklich garnicht.

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Der Start wurde nach Klassen zeitversetzt durchgeführt und hat bei mir trotz sehr leichter Winde phänomenal gut geklappt. Nach 2 Stunden hatte ich meinen stärksten Konkurrenten eingeholt. Die nächsten Stunden lief es weiter optimal bis ich irgendwann tatsächlich ganz vorne lag, alle anderen hinter mir. Was für ein grandioses Gefühl! Zum Ende hin habe ich zwar etwas Zeit verloren da ich auf Nummer Sicher gegangen bin und nicht den Spinnaker rausgeholt habe (wie gesagt, kein Autopilot). Doch beim Überqueren der Ziellinie hatte ich den alten Rekord um knapp 100 Minuten unterboten. Neuer Rekord: 8h 07min 31sek. Super!

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Und der Lohn des ganzen? Nun, zum einen der Ruhm und die Gravur auf der schönen Trophäe. Zum anderen das, warum jeder Skipper vor dem Rennen gewogen wird: Das Körpergewicht aufgewogen in Mounty Gay Rum – und zwar XO, also Extra Old. 88kg davon. Ein ganz ordentlicher Vorrat 🙂

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Jetzt fühle ich mich fast wie ein Pirat: Auf eine Insel kommen, den ganzen Rum mitnehmen und wieder abfahren. Und dann woanders mit dem Rum handeln. Sehr karibisch. So darf es gerne noch öfter klappen!

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