Südpazifik-Express nach Fiji

Wer zu einer Überquerung eines Ozeans startet, der hat normalerweise um die 2000-3000 Seemeilen vor sich und braucht dafür etwa 3 Wochen. Ist diese lange nonstop-Strecke geschafft, geht es normalerweise deutlich ruhiger und langsamer vorwärts. So war es bis zur letzten Insel von Französisch Polynesien auch bei uns. Von Maupiti aus ging es dann allerdings in beinahe-nonstop-Tempo bis nach Fiji: 2100 Seemeilen in gut 3 Wochen. Unterwegs haben wir nur einige Tage in Suwarrow und Samoa gestoppt.

Suwarrow ist dabei meine persönliche Südsee-Trauminsel geworden. Ein abgelegenes Atoll in der Mitte der Cook-Inseln. Kein Flughafen, keine Touristen, ja nicht mal feste Einwohner gibt es hier. Nur Strand, Palmen, Korallen und Ruhe (na gut, und 10 Yachten vor Anker). Ich kannte die Insel schon von den Beschreibungen Tom Neales, einem Neuseeländer der hier 10 Jahre wie Robinson alleine gelebt hat. Insofern war es spannend Toms alte Hütte, sein Kochhaus und die anderen Spuren seines Lebens hier zu finden. Doch mehrere Jahre alleine auf dieser 200×800 Meter kleinen Insel leben? Das wäre wohl selbst mir zu viel.

Wie in jedem Paradies gab es während unserer wenigen Tage Aufenthalt auch hier eine Schlange. Das Wetter schlug um und eine Kaltfront ist über uns hinweg gezogen. Dabei wehte es mit 7-8 Windstärken und wir wurden in der Lagune vor Anker von bis zu 2 Meter hohen Wellen durchgeschüttelt – natürlich mitten in der Nacht, um das ganze noch dramatischer wirken zu lassen. Bei einer Yacht brach dabei die Ankerkette und durch einige Fehler des Skippers endete das Schiff auf dem Riff.

Bei dem starken Seegang dauerte es nicht lange und die Yacht wurde auf dem Riff zerschmettert. Zum Glück ist niemanden etwas Ernstes passiert und am nächsten morgen konnten wir den Skipper und seine unter Schock stehende Frau von Bord bergen. Wir selbst haben mit unserer Kette einen großen Korallenblock abgebrochen, der dann genau auf unserer Kette lag. Die 2 Stunden Arbeit die Kette wieder herauszubekommen habe ich beim Blick auf das Wrack hinter uns jedoch gerne in Kauf genommen.

Der zweite Stop auf dem Weg nach Fiji war in Samoa. Die Tage dort haben wir fast ausschließlich mit Formalitäten verbracht. Die Einwohner sind zwar sehr freundlich und hilfsbereit, doch meine Güte, so was von langsam. Meine gut trainierte Geduld wurde dort wirklich einer harten Prüfung unterzogen: Sonntag angekommen und am Dienstag nachmittag durften wir erst legal an Land. Am Mittwoch wieder ausklariert um am Donnerstag auszulaufen. Das hatte ich etwas anders geplant gehabt.

Jetzt sind wir schon einige Zeit in Fiji und kreuzen durch die mit Korallen gespickten Gewässer mit einigen wunderschönen Inseln dazwischen. Mehr davon und von unserer Teilnahme an der Fiji Regatta Week beim nächsten mal! In der Zwischenzeit bin ich mit der Planung beschäftigt wie es in 6 Wochen bei meiner Ankunft in Australien weitergehen soll. Nicht ganz einfach da eine Entscheidung zu treffen…

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