Unterschätzte Leeward-Islands

All diejenigen von euch, die im letzten Winter eine Erkältung hatten, können bestimmt gerade nachvollziehen wie es mir geht: Die Nase läuft, der Husten kratzt im Hals und die Glieder schmerzen. Dank superkalter Klimaanlagen in Bussen und Supermärkten habe ich es geschafft mir hier eine Erkältung einzufangen. Alles nicht so schlimm, beim dem feuchtwarmen Klima ist die schnell wieder weg. Doch immerhin hatte ich so zwei Tage Zeit über die Erlebnisse der letzten Wochen nachzudenken, während ich so im Bett lag.

Was war es mir schwergefallen mich von den Windward-Islands zu verabschieden. Was ich da noch nicht wusste: vom nördlichen Teil der Leewards Islands (von  Antigua über Barbuda, und St. Barths bis nach St. Martin) hatte ich auf meinen Reisen die besten Plätze noch nicht gesehen! So haben wir die mit Riffen gespickten Gewässer auf der Ostseite von Antigua erkundet, wo selbst bei dieser beliebten Insel kaum Yachten lagen. Nicht ganz einfach, doch es war es auf jeden Fall wert.

Eine Insel weiter im Norden liegt Barbuda. Auch dort gibt es viele Riffe und die Seekarten sind nicht wirklich genau. Also hieß es per „Augapfelnavigation“ vorsichtig durch die Riffe steuern. Mit anderen Worte: Wo das Wasser braun ist, sind Riffe, wo es türkis ist, können wir fahren – und wo es grün/gelb wird, da wird es zu flach. Das ganze funktioniert natürlich nur bei Sonnenschein, wo die Farben des Wassers gut erkennbar sind.

Da das Wetter gnädig mit uns war, lagen wir dann mit nur wenigen anderen Yachten vor einem weißen Sandstrand, der seines gleichen sucht. Ich sollte das hier vielleicht gar nicht schreiben, damit es dort weiter so schön ruhig bleibt. Doch einen so feinen Sand und ein so intensives Türkis im Wasser – sowas habe ich noch nie gesehen. Ich denke die Fotos sprechen da für sich und doch können sie die Realität nur ansatzweise widergeben.

Einen langen Tagestörn weiter ging es nach St. Barths. Bekannt als das St. Tropez der Karibik war ich bei meinem ersten Besuch im Dezember skeptisch ob ich das mögen würde. Jetzt, einige Monate später, gehört die Hauptstadt Gustavia mit ihren sauberen Gassen und den schönen alten Häusern für mich zu einem der schönsten und entspanntesten Orte. Das französchiche Flair, gepaart mit den schwedischen Einflüssen aus alten Zeiten (ja, St. Barths gehörte mal den Schweden!) machen einfach eine tolle Athmosphäre. Hier waren wir auch mal wieder auswärts essen und was soll ich sagen: Es war das beste Essen der Reise bisher! Leider hatte genau dieses Restaurant plötzlich zugemacht, als wir zwei Wochen später nochmals dort waren. Schade…

Nun liege ich in St. Maarten und bin für ein paar Wochen alleine. Eine gute Gelegenheit nochmal eine lange ToDo-Liste anzulegen und sie abzuarbeiten. Mein gerade neues Vorsegel wird ausgetauscht (da fehlerhaft verarbeitet), ich kann bei den Yachtausrüstern (die hier alle ihre Zentrallager der Karibik haben) noch fehlende Ausrüstung für den Pazifik kaufen und sogar eine Meerwasserentsalzungsanlage habe ich bekommen (um in den Weiten des Pazifik selbst Trinkwasser herzustellen).

Jetzt ist es nicht mehr lange hin, bis diese Saison in der Karibik zu Ende geht. Zwei Wochen bin ich noch in den Virgin Islands unterwegs, dann geht es rüber nach Curacao um das Schiff für den Sommer an Land zu stellen. Eine gute Gelegenheit für mich, mal wieder nach Deutschland zu fliegen und dort alle zu besuchen. Doch bis es soweit ist, habe ich noch ein paar mehr karibische Eindrücke für euch!

One Reply to “Unterschätzte Leeward-Islands”

  1. Lieber Andreas,
    danke für das Update. Ich hab mir mal Google Maps daneben gelegt, um zu verfolgen, wo all diese Inseln liegen, auf die Du uns da neidisch machst 🙂 Und auch Dein Büro, das hat was. Obwohl Du ja auch „damals“ schon Wasser und Boote vor dem Fenster hattest, nicht wahr.

    Wie das von Dir beschriebene Türkis in natura gewirkt haben muss, das kann man von hier nur ahnen. Sag bloß bescheid, wenn Du in Berlin irgendwo eine Fotoshow machst.

    Was die Erkältung angeht, da können wir in Deutschland inzwischen wieder mithalten. Auf dem Brocken liegt Schnee, wir haben sozusagen Frühling on the Rocks. Da hat es manchen Kollegen auch wieder erwischt.

    Dann Dir also mal gute Besserung, danke für die nicht nachlassenden Updates. Und weiterhin alles Gute!

    Schöne Grüße,
    Frank

    PS: Wenn Dir Morgen langweilig sein sollte, dann kannst Du ja mit Champions-League Finale gucken.
    PS2: Hertha ist aufgestiegen. Union Berlin ist (noch) nicht aufgestiegen. 🙂

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