„Schiffe versenken“ in den Virgin Islands

Wer kennt es nicht, das schöne Spiel „Schiffe versenken“? Auf gut Glück rät man wo sich beim Mitspieler ein Schiff befinden könnte und wenn es der Zufall will, hat man getroffen. Ja, das habe ich früher als Kind gerne gespielt. Wer hätte gedacht, dass ich mich daran ausgerechnet in den Virgin Islands erinnern würde…

Überhaupt, die Virgin Islands: Das ist so ziemlich das ideale Segelrevier in der Karibik! Das Wetter ist sonnig und warm wie üblich, dazu weht der beständige Passatwind. Zwischen den vielen kleinen Inseln ist das Wasser geschützt und die Distanzen sehr kurz. Es gibt viel zu sehen: von den „Baths“ wo sich rund geschliffene Felsbrocken am Strand türmen und hübsche kleine Pools bilden, über die „Indians“, wo sich Felsnadeln aus dem Meer erheben die unter Wasser mit prächtigen Korallen bewachsen sind, bis hin zu den vielen geschützten Buchten, bei denen es meist eine schöne Bar für den Sundowner gibt. Ja, es ist schon ein tolles Revier!

Was hat das nun mit „Schiffe versenken“ zu tun? Nun ja, es haben auch andere entdeckt, dass es hier schön ist. Und so ist im Laufe der Jahre die weltweit größte Flotte von Charteryachten entstanden. So um die 800 Stück sind es wohl. Und wer chartert diese Yachten? Offensichtlich meistens Leute, die wenig Ahnung davon haben, wie man mit Schiffen umgeht. Wohlgemerkt mit Schiffen, die so groß sind wie schwimmende Häuser!

Und so wird aus einem Kinderspiel in dieser schönen Umgebung etwas Reales: Auf gut Glück fährt man mit dem Schiff los und wenn es der Zufall will, war da gerade ein anderes Schiff im Weg. Dummerweise war ich DREI mal im Weg!!! In zwei Wochen. Und jedes Mal lag ich vor Anker bzw. an einer Mooringboje. Für ein unbewegliches Ziel keine schlechte Trefferquote, oder?

Passiert ist zum Glück erstaunlich wenig, lediglich der Anker hat sich verbogen als mich eine Yacht von vorne kommend gerammt hat. Den hat die Charterfirma ohne Zögern ersetzt, sowas kam scheinbar nicht zum ersten mal vor. Was war ich daher froh als es hieß: Leinen los! Nichts wie weg hier und auf nach Bonaire und Curacao, wo ich die Hurrikansaison verbringen werde. Hier in Curacao ist nun idyllisch ruhig und weit und breit keine Charteryacht zu sehen! Ein guter Platz um Pause zu machen und demnächst zum „Urlaub“ nach Deutschland zu fliegen…

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