Vor Anker im Seelöwenbecken

Die Galapagos-Inseln. Woran denkt ihr, wenn ihr dieses Wort lest? Sicherlich an eine einzigartige Tierwelt und an Charles Darwin, der hier seine Evolutionstheorie entwickelt hat. Vielleicht auch daran wie abgelegen und schwer erreichbar die Inseln sind. Und wer sich schon mal näher mit Reisevorbereitungen hierher beschäftigt hat, möglicherweise auch an die hohen Reisekosten.

Das alles trifft sicher zu. Und wer so wie wir mit dem Schiff in San Christobal ankommt, der wird schon bevor der Anker fällt von den zahlreichen Seelöwen begrüßt. Hier vor Anker zu liegen ist ungefähr so als würde man im Seelöwenbecken im Zoo sein. Mehrmals täglich schauen diese putzigen Tiere vorbei ob sich unter dem Rumpf nicht ein paar Fische verstecken oder ob die Badeplattform am Heck nicht einen guten Schlafplatz abgibt. So schön wie das ist, unser Heck haben wir lieber mit Luftmatratze, Kanistern und Fendern so verbarrikadiert, dass wir nicht zu einer schwimmenden Seelöweninsel werden.

Wo wir Segler bei der Ankunft allerdings auch durch müssen, ist der teure und aufwendige Papierkram. Gegenüber meinem letzten Besuch vor 5 Jahren hat das enorm zugenommen. Bevor wir an Land durften kamen insgesamt 9 Personen von verschiedenen Behörden an Bord, um das Schiff zu kontrollieren. Das war fast wie in Kuba. Eine Stunde (und knapp 1000 US$) später war der Spuk vorbei und wir durften unseren ersten Landgang machen.

Nun, 10 Tage später, steht bereits unsere Abfahrt in Richtung Französisch Polynesien bevor. Meine Crew hat in der Zeit hier diverse Ausflüge und Tauchgänge unternommen und viel von den Inseln und der Tierwelt gesehen. Ich selbst hatte dies beim letzen Mal ja schon erlebt und habe mich diesmal mehr um das Schiff und kleine Wartungarbeiten gekümmert. Ich sollte mir wirklich überlegen ob ich wirklich so viel technisches Zeug brauche, was alles gepflegt werden will. Doch unabhängig davon genieße ich den Ankerplatz mit türkisen Wasser und den Seelöwen sowie den entspannten Ort auf San Christobal.

Voraussichtlich am Samstag den 5. April werden wir den Anker lichten und uns auf die 3000 Seemeilen lange Strecke zu den Marquesas-Inseln begeben. Die Position auf der Karte versuche ich regelmäßig zu aktualisieren. Sollten die Funkbedingungen ungünstig sein, klappt dies möglicherweise nicht die ganze Zeit. Also macht euch bitte keine Sorgen, falls wir mitten auf dem Ozean keine neuen Positionsmeldungen absetzen können. In ca. 3 Wochen sollten wir Land erreicht haben und dann bin ich wieder erreichbar.

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