Werftzeit, Arbeitszeit

Wer kennt das nicht: Wann immer es große Projekte gibt, kommt es dabei immer wieder zu Verzögerungen und unerwarteten Problemen. Gerade als Berliner gibt es ja kaum ein besseres Beispiel als den berühmten Flughafen. Ein ganz kleines Bisschen geht es mir im Moment ähnlich. Was wollte ich nicht alles schon geschafft haben: Diverse Überberholungsarbeiten an Schiffszubehör, einige Ideen für neue Ausrüstung umgesetzt und auch noch diese Webseite überarbeitet.

Nunja, kann ja nicht alles wie geplant klappen. Da einige der Überholungsarbeiten doch deutlich mehr Zeit als geplant gekostet haben, musste ich die Überarbeitung der Webseite etwas zurückstellen. Solche Dinge fertig zu stellen wie eine funktionierende Heizung, eine Matratze zum Schlafen oder eine Tür für das Bad hatten einfach Priorität. Schließlich möchte ich „Luna“ wie geplant am 30.4. segelfertig haben.

Deshalb bin ich auch jetzt in Holland beim Schiff bzw. auf dem Schiff und bin weiter fleißig. Das gefühlt unendliche Schleifen des Unterwasserschiffes ist nun abgeschlossen und heute konnte ich die erste Schicht des neuen Farbaufbaus auftragen. Morgen geht es weiter mit dem Spachteln des Ruderblattes bevor nächste Woche der obere Teil des Rumpfs an die Reihe kommt: polieren, neue Zierstreifen und natürlich den Namen aufkleben.

Wenn alles klappt geht es am Donnerstag ins Wasser. Danach kommt der Mast an die Reihe, der noch im Mastenlager liegt. Drückt mir die Daumen dass das neue Radar rechtzeitig geliefert wird, damit ich das noch vor dem Maststellen anbauen kann. Hinterher ist es immer so lästig an einer Leine hochgezogen zu werden, um solche Dinge bei stehenden Mast zu erledigen. Gerade mit meiner Höhenangst…

Wie ihr seht, mir ist nicht langweilig. Jeden Tag sind es andere Körperstellen, die von der Arbeit schmerzen. Im Moment sind es meist die Schultern und Arme vom stundenlangen Schleifen und Streichen über Kopf. Bei einer vollen To-Do-Liste und knapper Zeit komme ich leider zu selten dazu, Fotos von der Arbeit zu machen. Doch ein paar sind es geworden, die ich beim nächsten Mal mit online stelle. Jetzt falle ich gleich ins Bett bzw. in die Koje. Denn obwohl das Schiff noch an Land steht, wohne ich schon darauf. Immerhin mit Heizung, allerdings ohne fließend Wasser (Pumpe muss ich noch autauschen), ohne Kühlschrank (muss ich noch montieren) und ohne Toilette an Bord (da das Schiff dafür im Wasser sein muss, außerdem noch nicht montiert).

Was freue ich mich auf den ersten Törn, der all dieses Strapazen vergessen macht 🙂

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